Wie man die Drosselung überprüft
Diese Anleitung richtet sich an amtlich anerkannte Sachverständige, die gemäß § 19 Abs. 3 Nr. 4 StVZO eine Änderungsabnahme an einem mit dem MID50 Umbaukit der Second Ride GmbH elektrifizierten Kleinkraftrad durchführen.
Gemäß Punkt 4 des Teilegutachtens Nr. 8123697374 (IFM, Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität) ist bei der Änderungsabnahme zu überprüfen:
- ob die korrekte Höchstgeschwindigkeit und maximale Nennleistung konfiguriert wurden
- ob die Konfiguration in den Status „Endgültig gespeichert" versetzt wurde
Voraussetzungen
Für die Prüfung werden benötigt:
- Ein WLAN-fähiges Endgerät (Smartphone, Tablet oder Laptop)
- Das Teilegutachten mit den fahrzeugspezifischen Grenzwerten (liegt dem Fahrzeug bei)
- Die Fahrzeugpapiere, wenn Höchstgeschwindigkeit und Leistung nicht im Teilegutachten spezifiziert sind
- Ein Maßband von mindestens 2 Meter Länge und ein Stück Kreide o. Ä. zum Markieren von Untergrund und Reifen (benötigt für die Prüfung der konfigurierten Endgeschwindigkeit)
Prüfablauf
Schritt 1: Fahrzeug einschalten
Drehen Sie den Zündschlüssel in die eingeschaltete Position. Der Taster an der Armatur beginnt daraufhin zu pulsieren.
Schritt 2: Konfigurationsmodus aktivieren
Halten Sie den pulsierenden Taster gedrückt. Nach ca. 5 Sekunden wechselt das System in den Konfigurationsmodus. Sie erkennen dies an:
- einem charakteristischen Doppelblinken des Tasters (Doppelblinken, kurze Pause, Doppelblinken, …)
- einer lila leuchtenden LED am Antriebsmodul
Schritt 3: Mit dem Fahrzeug-WLAN „SR Legal Limits" verbinden
Öffnen Sie auf Ihrem Endgerät die WLAN-Einstellungen und verbinden Sie sich mit dem Netzwerk:
Netzwerkname: SR Legal Limits
Ein Passwort ist nicht erforderlich. Sobald die Verbindung hergestellt ist, öffnet sich der Legal Limit Konfigurator automatisch in Ihrem Browser.
Konfigurator öffnet sich nicht automatisch?
Geben Sie folgende Adresse in Ihren Browser ein: http://192.168.12.1. Wichtig: Nutzen Sie http:// (nicht https://). Falls Ihr Browser eine Sicherheitswarnung anzeigt, klicken Sie auf „Weiter zur Seite" bzw. „Continue to site". Der Legal Limit Konfigurator sollte sich dann öffnen.
Schritt 4: Status „Endgültig gespeichert" prüfen
Der entscheidende Prüfschritt ist die Verifikation, ob die Konfiguration endgültig gespeichert wurde. Der Konfigurator zeigt den aktuellen Speicherstatus klar an.
Endgültig gespeichert: Abnahme kann erteilt werden:
Noch nicht endgültig gespeichert: Abnahme darf nicht erteilt werden:
Achtung: Konfiguration nicht endgültig gespeichert
Wenn der Konfigurator anzeigt, dass die Konfiguration noch nicht endgültig gespeichert wurde, darf die Änderungsabnahme nicht erteilt werden. Der Fahrzeughalter muss zunächst die Konfiguration endgültig speichern und das Fahrzeug erneut zur Abnahme vorstellen.
Schritt 5: Konfigurierte Werte und Kalibrierung prüfen
Im Konfigurator sind die fahrzeugspezifischen Grenzwerte eingetragen. Gleichen Sie diese mit den Angaben im Teilegutachten und den Fahrzeugpapieren ab:
| Parameter | Anforderung |
|---|---|
| Höchstgeschwindigkeit | Gemäß Teilegutachten oder Fahrzeugpapieren |
| Maximale Nennleistung | Gemäß Teilegutachten oder Fahrzeugpapieren; das bis zu 1,4-Fache der eingetragenen Leistung ist zulässig, maximal 4 kW bei Kleinkrafträdern |
Zur physischen Verifikation der Übersetzung und des Abrollumfangs auf „Kalibrierung überprüfen" tippen:
Wichtig: Fahrer muss aufgesessen sein
Die Messung muss mit aufgesessenem Fahrer durchgeführt werden, damit der Abrollumfang unter realen Bedingungen erfasst wird.
Der Konfigurator führt selbsterklärend durch den Prozess:
- Reifen und Boden an derselben Stelle mit Kreide markieren
- Fahrzeug genau eine Radumdrehung nach vorne schieben, das System erfasst Motorumdrehungen automatisch
- Gemessene Distanz in cm eintragen
- Das System berechnet die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit; diese muss mit den Fahrzeugpapieren übereinstimmen
Hintergrund: Manipulationssicherheit
Der Hersteller Second Ride GmbH garantiert, dass nach dem endgültigen Speichern die konfigurierten Werte durch den Nutzer nicht mehr erhöht werden können. Das Schutzpasswort ist auslese- und manipulationssicher in einer E-Fuse im Mikroprozessor des Antriebsmoduls gespeichert. Dies entspricht dem aktuellen Stand der Technik zur Manipulationssicherheit (Teilegutachten Nr. 8123697374, Punkt 4).



